Stiftelsen Arkivet

Stiftelsen Arkivet

Zentrum für Geschichtsvermittlung und Friedensschaffung durch Dokumentation, Forschung, Bildung und Kulturvermittlung.

Während des Zweiten Weltkriegs diente das Staatsarchiv von 1942 bis 1945 als Gestapohauptquartier in der Region Sørlandet. In dieser Zeit wurde die Kellerräume des Gebäudes genutzt, um Menschen darin zu verhören und zu foltern. Die Stiftung „Arkivet“ zog 1999 in das frei gewordene Gebäude. Die ehemaligen Gefängniszellen und Folterräume wurden rekonstruiert und die Ereignisse mit lebensgroßen Modellfiguren nachgestellt. Durch Anregung zum Dialog, zu historischer Reflexion und Kommunikation zwischen verschiedenen Generationen will die Stiftung „Arkivet“ dazu beitragen über Menschenrechte, Menschenwürde, Friedensschaffung und Konfliktvermeidung zu informieren.

Seit der Eröffnung im Jahr 2001 kamen ca. 70.000 Menschen zur Stiftung „Arkivet“.

Die Hauptzielgruppe der Stiftung „Arkivet“ sind Jugendliche. Jedes Jahr besuchen fünf- bis sechstausend Jugendliche die Stiftung. Sie werden in der Ausstellung herumgeführt und diskutieren dann über thematisch relevante Inhalte, wie z.B. Humanität und Menschenrechte. Die Führungen werden von Mitgliedern des Vereins „Freunde der Stiftung Arkivet“ geleitet, die  alle eine persönliche Verbindung zur Geschichte des Gebäudes haben, denn durch eine erlebnisorientierte Geschichtsvermittlung lassen sich Parallelen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ziehen. Forschung und Bildung sind zentrale Bestandteile der Arbeit in der Stiftung „Arkivet“.

Das Ziel im Vermittlungsvorgehen der Stiftung „Arkivet“ ist die Meinungsbildung. Dabei soll ein Lern- und Verständnisprozess erreicht werden, weshalb die Stiftung den Gebäudekeller und die Erzählungen über die Ereignisse dort nutzt.

Die Stiftung arbeitet eng mit den im Gebäude ansässigen regionalen Vertretungen humanitärer Organisationen, wie der UN-Association, Save the Children, dem Roten Kreuz, ARC-aid und Amnesty International, zusammen.

Die Forschungsthemen beziehen sich dabei auf Themen wie Demokratie und Menschenwürde, historische Reflexion und Geschichtsvermittlung mit Hilfe von Dokumentation, Unterricht und Kulturvermittlung.

Ein wichtiges Arbeitsfeld ist die Schaffung eines internationalen Netzwerks von Zentren, die Kunst und Geschichte für die Reflexion von Frieden und Zusammenleben nutzen. Die Stiftung „Arkivet“ arbeitet mit dem Robben Island Museum in Südafrika und dem ehemaligen Folterungszentrum Tuol Sleng in Kambodscha zusammen. Außerdem finden auf Initiative der Stiftung Theatervorführungen, Ausstellungen und Musikveranstaltungen statt.